Sandguss


Beim Sandguss werden die Gussform sowie Kerne, die beim späteren Gießen für Hohlräume im Inneren sorgen, aus Sand gefertigt. Sandform und Kerne können nur für einen Gießvorgang (Abguss) verwendet werden. Das Gussteil wird aus der Form ausgeklopft, Kern und Form zerbrechen. Der Sand wird aber wieder aufbereitet und für neue Kerne und Formen wiederverwendet.

Schritt 1: Konstruieren mit Guss

Grundlage ist eine 2D-Skizze oder digitale 3D Konstruktion. Teilweise wird das durch Simulationen zur statischen Kräfteverteilung im späteren Werkstück oder zum Fließverhalten der eingesetzten Legierung ergänzt. Viele Konstrukteure sagen "alles was man als Bauteil zeichnen kann, kann man auch gießen".

 

Schritt 2: Technischer Modellbau / Formenbau

Jedes Gussteil wird zunächst als Kunststoff oder Holzmodell maßstabsgetreu gebaut. Hier sind räumliches Verständnis und Genauigkeit gefragt. Ausgehend von der Konstruktionszeichnung oder digitalen Vorlage entstehen hier die Vorlagen für die Kernmacherei und den Formenbau. Der Technische Modellbauer ist ein eigener Ausbildungsberuf in der Gießerei. Die Bearbeitung von Holz, Kunststoff und Metall erfolgt zumeist durch Bohren, Fräsen und Schleifen. Modellbauer müssen kreativ, genau und handwerklich geschickt sein.

 

Schritt 3: Kernmacherei

Hohlräume und komplexe Geometrien im Inneren der Gussteile werden über Kerne, die in die Formen eingelegt werden, beim Gießen ausgespart.

 

Schritt 4: Formenbau

Man unterscheidet zwischen Dauerformen, die für mehrere Gießvorgänge eingesetzt werden können und sog. Verlorenen Formen, die aus Sand hergestellt werden nur für einen Abguss verwendet werden können.

 

Schritt 5: Schmelzerei

Für Gussteile sind, je nach Anwendung, unterschiedliche „Metallmischungen“ erforderlich. In der Schmelzerei werden metallische und nicht-metallische Komponenten gattiert und zu einer Legierung aufgeschmolzen.

 

Schritt 6: Gießen

Für das Gießen selbst gibt es je nach eingesetztem Metall, Verwendungszweck und Größe des Gussteils verschiedene Verfahren.

 

Schritt 7: Putzerei/Nachbearbeitung

Das gegossene Teil wird entgratet, von Unebenheiten und Angussstücken befreit. Es folgen Oberflächenbearbeitungen und individuelles Finish nach Kundenwunsch.

 

Schritt 8: Werkstoffprüfung

Nach jedem Guss werden Stichproben kontrolliert und mit verschiedenen Verfahren geprüft.