Massive Preissteigerungen bei Rohstoffen gehen den Gießereien deutlich an die Substanz

Neben drastischen Preissteigerungen ist für Deutschlands Gießereien die Verfügbarkeit von Rohstoffen und Einsatzstoffen ein sehr ernstzunehmendes Thema. Die Verfügbarkeit bei vielen Einsatzstoffen ist derart eingeschränkt, dass Spotmengen oder Sonderwünsche nicht oder nur schwer bedient werden können.

 

In enger Kooperation mit ihren Händlern sind es die Gießereien gewohnt, auch in schwierigen Zeiten die für die Fertigung der Gussprodukte ihrer Kunden benötigten Materialien zu beschaffen. Die aktuelle Situation ist für die Branche indes neu: Auf breiter Front sind die Preise explodiert und gleichzeitig die Verfügbarkeit eingeschränkt.

Wichtige Einsatzmaterialien wie Schrotte, Roheisen, Aluminium, Kupfer, Gießereikoks, Legierungen und Chemikalien, aber auch Holzpaletten und Gitterboxen, sind nur einige Materialien, die in den letzten 12 Monaten bis zu 150 % im Preis gestiegen sind.

Besonders problematisch für die durch die Coronakrise ohnehin schon gebeutelten kleinen und mittelständischen Gießereien sind einerseits die gestiegenen Preise der Vormaterialien, die in den Kalkulationen in dieser Höhe nicht berücksichtigt werden konnten, da sie nicht vorhersehbar waren.

Andererseits belasten die hohen Vorfinanzierungskosten die Liquidität der Gießereien in dieser Situation außerordentlich.

Als wenn das noch nicht genug Belastungen sind, steht bei vielen Materialien regelmäßig die Verfügbarkeit auf der Kippe.

"Jetzt sollten die Kunden offen für bilaterale Gespräche mit ihren Zulieferern sein, um in dieser Rohstoffsituation angepasste Maßnahmen zu ergreifen", sagt Max Schumacher, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie e.V.

Diese könnten beispielsweise eine temporäre Anpassung der Kalkulation an die Rohstoffsituation, eine zeitnahe Bezahlung der Lieferantenrechnungen oder die Einführung von Abschlagszahlungen sein. Aber auch eine verlässliche und regelmäßige Bedarfsmeldung seitens der Kunden an die Zulieferer würde zumindest zur besseren Planbarkeit der zu beschaffenden Rohstoffe beitragen. Die Preissituation würde das allein allerdings nicht beruhigen.

 

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