29.05.2026 | Deutscher Gießereitag 2026

Gießerei ist Champions League: Branche fordert Industrieagenda für Deutschland


Rund 380 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 20. und 21. Mai in der Lokhalle Göttingen zum Deutschen Gießereitag 2026 zusammen. Im Mittelpunkt standen die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland, die Zukunft energieintensiver Industrien, Digitalisierung und Forschung. Politik, Industrie und Wissenschaft waren sich dabei einig: Die Zeit der Krisenkommunikation ist vorbei – jetzt braucht es konkrete Maßnahmen, eine langfristige Industrieagenda und klare Perspektiven für die industrielle Wertschöpfung in Deutschland.

Mit einer klaren Botschaft eröffnete BDG-Präsident Clemens Küpper den Deutschen Gießereitag 2026 in Göttingen: „Gießerei ist Champions League.“ Rund 380 Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Politik, Wissenschaft und Verbänden diskutierten in der Lokhalle Göttingen über die Zukunft der deutschen Gießerei-Industrie und des Industriestandorts Deutschland.

Im Fokus der Veranstaltung standen die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Industrien, die geopolitischen Veränderungen, die europäische Klimapolitik sowie Digitalisierung und Forschung. Dabei wurde deutlich: Die Branche steht vor großen Herausforderungen, sieht aber zugleich enorme Chancen für Innovation und industrielle Wertschöpfung.

Ein starkes Signal setzte auch der Besuch des niedersächsischen Wirtschaftsministers Grant Hendrik Tonne, der sich klar zur energieintensiven Industrie bekannte und die Bedeutung industrieller Wertschöpfungsketten für Deutschland betonte. In den Diskussionen wurde immer wieder deutlich, dass die Industrie jetzt nicht nur kurzfristige Entlastungen, sondern vor allem eine langfristige industriepolitische Vision benötigt.

BDG-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Theuringer machte deutlich, worauf es jetzt ankommt: niedrigere Energiekosten, ein stärkerer Außenschutz und verlässliche politische Rahmenbedingungen. Gleichzeitig müsse Deutschland eine Industrieagenda entwickeln, die langfristige Investitionen und Transformation ermöglicht.

Neben den wirtschaftspolitischen Diskussionen standen zahlreiche Best-Practice-Beispiele, Forschungsprojekte und Digitalisierungslösungen im Mittelpunkt des Programms. Vorgestellt wurden unter anderem innovative Ansätze zur digitalen Prozessüberwachung, KI-gestützte Assistenzsysteme, Lösungen zur Energieeffizienz sowie Strategien zur erfolgreichen Transformation von Produktionsstandorten.

Ein besonderes Highlight war zudem die Verleihung des Innovationspreises der Deutschen Gießerei-Industrie Peter R. Sahm. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an das Gießerei-Institut der RWTH Aachen. Stellvertretend nahm Prof. Dr.-Ing. Andreas Bührig-Polaczek den Preis entgegen.

Der Deutsche Gießereitag 2026 machte deutlich: Die Branche ist bereit, Transformation aktiv mitzugestalten. Dafür braucht es jedoch wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen, Innovationsfreiräume und ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland.

Weitere Informationen zum Deutschen Gießereitag finden Sie unter:
giessereitag.de

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