01.07.2026 | IW-Studie zur Bedeutung der deutschen Gießerei-Industrie

Neue IW-Studie belegt: Die Gießerei-Industrie ist Schlüssel für industrielle Wertschöpfung in Deutschland

Die Gießerei-Industrie gehört zu den tragenden Säulen des Industriestandorts Deutschland. Dennoch wird ihre Bedeutung häufig unterschätzt. Eine neue Studie der IW Consult im Auftrag des BDG macht deutlich, dass Gießereien weit mehr sind als Hersteller einzelner Komponenten. Sie bilden die Grundlage zahlreicher industrieller Wertschöpfungsketten und ermöglichen Produktion in nahezu allen Schlüsselindustrien – vom Maschinen- und Anlagenbau über die Automobilindustrie bis hin zur Energie-, Infrastruktur- und Verteidigungstechnik. 

Die deutsche Gießerei-Industrie besteht aus 545 Unternehmen mit rund 67.700 Beschäftigten und erwirtschaftet jährlich einen Produktionswert von rund 14 Milliarden Euro. Berücksichtigt man zusätzlich die indirekten und induzierten Effekte entlang der Wertschöpfungsketten, verdoppelt sich ihr ökonomischer Fußabdruck auf rund 125.000 Arbeitsplätze und mehr als 10 Milliarden Euro Wertschöpfung. Gleichzeitig ermöglicht die Branche mit ihren Produkten industrielle Wertschöpfung in einem Kundennetzwerk mit 3,85 Millionen Beschäftigten und 428 Milliarden Euro Wertschöpfung. Jeder Euro Wertschöpfung in der Gießerei-Industrie ermöglicht damit rechnerisch 87 Euro Wertschöpfung in den nachgelagerten Industrien 

Dr. Martin Theuringer, Hauptgeschäftsführer des BDG, erklärt dazu: 
„Die Studie macht deutlich: Die Zukunft der Industrie entscheidet sich nicht nur bei den Endprodukten, sondern auch in den Wertschöpfungsstufen davor. Wer industrielle Wertschöpfung, Resilienz und Transformation in Deutschland sichern will, muss die Gießerei-Industrie als strategische Schlüsselbranche stärken und ihr wieder wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen ermöglichen.“

Die Untersuchung verdeutlicht zugleich die zunehmenden Herausforderungen für den Standort Deutschland. Hohe Energie- und Arbeitskosten, wachsende regulatorische Anforderungen, steigender internationaler Wettbewerbsdruck und sinkende Produktionsmengen setzen die Branche erheblich unter Druck. Die IW-Studie warnt, dass ein weiterer Verlust von Gusskapazitäten weit über die Branche hinaus Auswirkungen hätte und die industrielle Wertschöpfung in Deutschland insgesamt empfindlich schwächen würde. 

Dr. Henry Goecke, Geschäftsführer der IW Consult, ordnet die Ergebnisse ein: 
„Deutsche Gussteile sind kein austauschbares Vorprodukt: Fast drei Viertel der gussverwendenden Unternehmen sehen keine gleichwertige Alternative. Wer über die Zukunft der Gießerei-Industrie spricht, spricht deshalb auch über die Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit der industriellen Wertschöpfungsketten in Deutschland.“ 

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit.